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Fachbereich
RVI

Willkommen beim Fachbereich Informatik in Recht und Öffentlicher Verwaltung (RVI)

Informatik in Recht und Öffentlicher Verwaltung ist die Bezeichnung für ein Fachgebiet interdisziplinärer Forschung, Lehre und Praxis. Es zielt auf den Synergieeffekt durch Verknüpfung der gewachsenen Kultur im öffentlichen Handeln mit der Sprach- und Denkwelt der Informatik. Aus den Wechselwirkungen der tragenden Disziplinen Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Verwaltungswissenschaft, Organisationswissenschaft und Arbeitswissenschaft einerseits und Informatik andererseits haben sich die anwendungsorientierten Disziplinen Rechtsinformatik und Verwaltungsinformatik entwickelt. Ihr gemeinsames Aufgabengebiet umfasst:

  1. Politische Steuerung und rechtliche Regelung der Informatik-Nutzung
  2. Informationsverarbeitung im Rechtswesen (Gesetzgebung, Justiz, Anwaltschaft) und ihre Gestaltung
  3. Informationsverarbeitung in öffentlichen Verwaltungen und ihre Gestaltung
  4. Theoretische Grundlagen der beteiligten Wissenschaftsdisziplinen und deren Verbindung.

Aufgaben und Probleme, die sich aus der Verknüpfung von Informatik, Recht und Verwaltung ergeben, sind die Arbeitsthemen dieses FB der GI.

Besondere Beachtung findet dabei die Vermittlung zwischen technischen Optionen und ihrer normativrechtlichen Gestaltung im gesellschaftlichen Interesse. Probleme wie Aufgabendefinition, Anforderungsdefinition, Organisationsoptimierung, Personalstruktur, Personalqualifizierung und Ressourceneinsatz stehen im Vordergrund, weil Informationsverarbeitung in Recht und Verwaltung in der Regel in Organisationen stattfindet, für die sich mit neuen technischen Optionen auch neue Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen. Im einzelnen:
 

Politische Steuerung und rechtliche Regelung der Informatik-Nutzung

  • Informationsrecht und Datenschutz, von rechtspolitischen Modellen bis zu den Fragen ihrer technischen und organisatorischen Umsetzung,
  • Gestaltung der Infrastrukturen für Kommunikation und öffentliche Informationsversorgung,
  • Informatik-theoretische und anwendungsspezifische Grundfragen politisch-rechtlicher Gestaltung der Informatik-Nutzung.
     

Informatik im Rechtwesen

  • Unterstützung der Gesetzesplanung und Gesetzgebung,
  • Forschung und Entwicklung von juristischen Beratungs-, Lern- und Expertensystemen
  • Nutzung von Ergebnissen der Informatik (Produkte, Methoden) in der Rechtspflege.
     

Informatik in öffentlichen Verwaltungen

  • Nutzung von Ergebnissen der Informatik (Produkte, Methoden) in öffentlichen Verwaltungen (Informationssysteme zum Beispiel im Finanzwesen oder in Planung und Statistik),
  • Verfahren und Methoden der Gestaltung von Informationssystemen in Verwaltungsorganisationen und organisationsübergreifend.
     

Theoretische Grundlagen

  • Informatisch-orientierte Strukturtheorie rechtlicher Regelungen, formale Logik und Formalisierung im Recht,
  • Arbeitswissenschaftliche, organisations- und entscheidungstheoretische Grundlagen der Rechts- und Verwaltungsinformatik,
  • Gestaltungs- und Wirkungsforschung im Anwendungsfeld von Recht und öffentlicher Verwaltung.

Fachbereich trauert um Leitungsgremiumsmitglied Willy Landsberg

Nach langer Krankheit verstarb unser langjähriges Leitungsgremiumsmitglied Willy Landsberg am 3. September 2020.

Willy Landsberg trat 1983 in die Gesellschaft für Informatik ein. Während seiner Mitgliedschaft wirkte er aktiv sowohl im Fachbereich Informatik in Recht und Öffentlicher Verwaltung (RVI) als auch in mehreren Fachgruppen mit.

Herr Landsberg war vom 1.1.1996 bis zum 8.8.2011 Sprecher der Fachgruppe „Rahmenplanung der Informationsverarbeitung für den öffentlichen Sektor (Richtlinien, Standards, Verlässlichkeit)“ (VI-R). Seit dem 1996 war er Mitglied im Leitungsgremium der Fachgruppe „Verwaltungsinformatik“ und seit dem 1.10.2002 Mitglied im Leitungsgremium des Fachbereichs RVI. Aufgrund seines Engagements wurde er am 6.3.2019 zum Ehrenmitglied des Fachbereichs RVI ernannt.

Sein Wirken für den Fachbereich war von seiner langjährigen beruflichen Erfahrung als leitender Verwaltungsbeamter der Stadt Köln, seinem Interesse für eine grundlegende Modernisierung der Verwaltungsprozesse und seiner Neugier auf Weiterentwicklungen der Informationstechnologie und des Governments geprägt. Die Orchestrierung der modernen Verwaltung war für ihn als großem Freund der klassischen Musik ein Opus, das es immer wieder neu zu inszenieren gilt.

Während und über seine berufliche Tätigkeit hinaus setzte er auf eine Vernetzung mit Wissenschaft und Praxis über die Gesellschaft für Informatik, u. a. in der Organisation der Fachtagungen Verwaltungsinformatik und Rechtsinformatik.

Im fachlichen Austausch erkannte er, mit welchen neuen Themen der Digitalisierung sich die Kommunen in Deutschland zeitnah auseinander setzen sollten. Diese Netzwerke sorgten dafür, dass in der Stadt Köln, in der er zuletzt als Leiter der Stabsstelle für Informations- und Kommunikationsstrategie mit dem Schwerpunkt eGovernment tätig war, einige Themen sehr viel früher und zielstrebiger als anderswo angegangen wurden.

In zahlreichen Funktionen, u. a. als Vertreter des Deutschen Städtetages im Kommunalen Koordinierungsausschuss ADV des Landes NRW, als Mitglied der Arbeitsgruppe EURO und Leiter des Arbeitskreises "Digitales Rathaus", aber auch als Vorsitzender der European Society for eGovernment (ESG) e. V. war es ihm ein Anliegen, gemeinsam die Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltung voranzutreiben und auf die Nutzer auszurichten.

Zugleich wurde ihm aber auch immer deutlicher bewusst, vor welchen großen Aufgaben Staat und Verwaltung mit der digitalen Transformation stehen. Daher war ihm die Motivation und Förderung junger Kolleginnen und Kollegen wichtig, die er mit den aktiven Gestaltern der Verwaltungs- und Rechtinformatik in der DACH-Region zu vernetzten suchte. 

Mit seinen Beiträgen, Impulsen und Veranstaltungen trug er auch nach seiner Pensionierung dazu bei, diese Herausforderung auf viele breitere Schultern zu stellen. Hier sei beispielhaft sein Klassiker „eGovernment in Kommunen“ genannt [https://www.worldcat.org/title/egovernment-in-kommunen-grundlagen-und-orientierungshilfen/oclc/68099282], aber auch seine Gutachtertätigkeiten im Rahmen des Speyerer Qualitätswettbewerbs und Beiträge zum Speyerer Forschungsbericht Electronic Government aus Sicht der Verwaltung [https://dopus.uni-speyer.de/frontdoor/deliver/index/docId/3/file/FB-226.pdf#page=47 ].

Dabei erkannte er frühzeitig, dass mit der Digitalisierung der Verwaltungsprozesse zugleich immer auch der Kulturwandel der Verwaltung als weitere große Herausforderung verbunden ist. Auch machte ihn aus, dass er als Praktiker immer bemüht war, den Bezug verwaltungsinformatischer Konzepte zur Praxis herzustellen.

Die erhaltenen Rückmeldungen erinnern sich seiner als Persönlichkeit mit einer bemerkenswerten Empathie, welche die Zusammenarbeit mit ihm stets überaus erfreulich sein ließen.

David Richter  (Sprecher des FB RVI)
Tanja Krins (stellv. Sprecherin des FB RVI)
Erich Schweighofer (stellv. Sprecher des FB RVI) 
Jörn von Lucke(Leitungsgremiumsmitglied des FB RVI)
Heinrich Reinermann  (Ehrenmitglied des FB RVI)

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Announcement
Am 26. Juni 2012 stellte die Sprecherin des Fachbereichs Informatik in Recht und Öffentlicher Verwaltung im Rahmen der Sitzung des GI-Präsidiums vor. …
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